Welche Kreiselpumpe sollte für den Betrieb an einem Kessel gewählt werden?

Das Problem ist einfach. Sie haben bereits einen Kessel und wollen diesen mit einer Kreiselpumpe befüllen. Entweder ist die alte Kreiselpumpe nach vielen Jahren defekt oder sie installieren diese Anlage neu.

Doch welche Kreiselpumpe ist für diesen Anwendungsfall die beste?

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Gegenfragen für das Betreiben einer Kreiselpumpe an einem Kessel

Um diese Frage zu beantworten bedarf es zunächst einiger Gegenfragen:

  • Handelt es sich um den privaten Gebrauch vom Nutzwasser aus dem Kessel?
    Denn hier würden wir uns in einem Druckbereich von 3 bis 6 Bar auf dem Kessel bewegen. Es gibt auch gewerbliche Anwändungsfälle, hier kann der aufzubringende Druck jedoch stark abweichen.
  • Besteht ein Höhenunterschied zwischen Kessel und Pumpe?
    Denn je höher dieser Unterschied ist, desto höher muss die Pumpe das Wasser in den Kessel befördern
  • Wie Groß ist das Volumen des Kessels?
    Je größer das Volumen des Kessels, desto seltener muss die Pumpe diesen befüllen. Auf der anderen Seite läuft die Pumpe natürlich länger, um das Volumen aufzubringen.
  • Wie hoch ist die Ansaughöhe um das Grundwasser aus dem Brunnen zu befördern?
    Ist dieses gar mehr als 9 Meter, sollte man sich ohnehin nach einer anderen Lösung, als eine Kreiselpumpe, umschauen.
  • Wie viel Liter kann der Brunnen fördern?
    Gerade wenn eine stärkere Kreiselpumpe im Einsatz ist, kann es sein, dass ältere Brunnen es nicht mehr schaffen die Menge leisten, die die Pumpe ziehen möchte. Damit würde die Pumpe trocken laufen und über kurz oder lang verschleißen.

Erläuterungen zum Betreiben einer Kreiselpumpe an einem Kessel

Sobald diese Fragen geklärt sind, kann nach der entsprechenden Dimension der Pumpe gesucht werden. Wichtig dabei ist zu wissen, dass für 10 Höhenmeter, die eine Pumpe zu überwinden hat, rund 1 Bar aufgebracht werden müssen. Anders ausgedrückt, ein Kessel der einen Mindestdruck von 2 Bar hat (Einschaltdruck) verhält sich gegen die Pumpe wie 20 Höhenmeter, die die Pumpe aufbringen muss. Man spricht hier auch von einem Gegendruck. Gleichzeitig, wenn der Ausschaltdruck bei rund 4 Bar liegt, sollte die Pumpe über 40 Höhenmeter befördern können.
Somit liegt der Arbeitsbereich bei einer Pumpe, die Ebenerdig zu einem Kessel, mit einem Einschaltdruck von 2 Bar und einen Ausschaltdruck von 4 Bar liegt, bei 20 bis mindestens 40 Metern. Im Idealfall sollten die Dimensionen der Pumpe etwas über diesem Bereich liegen, da die Pumpe ansonsten sehr lange braucht den Druck im Kessel zu erzeugen.

Rechenbeispiel

20 Liter Kessel ebenerdig mit Pumpe mit Einschaltdruck 2 Bar und Ausschaltdruck 4 Bar

In diesem Fall, wie auch schon vorher beschrieben, wird eine Kreiselpumpe mit einer maximalen Förderhöhe von mindestens 40 Metern benötigt. Besser ist, wenn die Kreiselpumpe ab 45 Meter maximaler Förderhöhe dimensioniert wird. Beispiele für solche Modelle sind die EBARA AGA 0.75 MZUWA P80KSB Multi Eco 35 D und die Zehnder WX 3800.

 

EBARA AGA AGCZUWA P 50/E HauswasserautomatKSB Multi EcoZehnder WX Gartenpumpe

Weitere Hinweise

Wo sollte ein Sandfilter angebracht werden

Allgemein wird empfohlen den Filter hinter der Pumpe anzubringen. Eine Kreiselpumpe kann im allgemeinen recht gut mit Sand im Wasser umgehen, so lange es sich nicht um ein Wasser-Sand-Gemisch aus einer Kiesgrube handelt. Empflindlicher sind in der Regel die Abnahmestellen hinter der Pumpe. Das kann den Kessel als auch die Wasserhähne betreffen. Vor allem Wasserhähne mit einer Keramikdichtungen sind sandhaltigem Wasser gegenüber empfindlich.